HaarpflegeprodukteHaare färben in der Schwangerschaft

Eine der häufigsten Fragen, die mir meine Kundinnen stellen ist „Kann ich meine Haare färben in der Schwangerschaft?“. Ist Haare färben in der Schwangerschaft grundsätzlich möglich oder solltest Du aufs Haare färben in der Schwangerschaft besser verzichten?

Man möchte nur das Beste für das Baby. Gleichzeitig möchte man sich und seinem Stil auch gerne treu bleiben. Ich verstehe meine Kundinnen, dass sie sich mit dieser Frage beschäftigen und möchte hier gern ausführlich über das Thema „Haare färben in der Schwangerschaft“ informieren.

Haare färben in der Schwangerschaft – Bestehen Risiken für das Baby?

Risiken beim Haare färben in der SchwangerschaftGrundsätzlich ist es ein Thema, das sehr kontrovers diskutiert wird. Bisher gibt es keine Untersuchung darüber, ob Haare färben in der Schwangerschaft gefährlich für das Baby ist. Es kann aber mit Sicherheit gesagt werden, dass die Bestandteile in den Haarfärbemitteln über die Kopfhaut in den Körper und dort in den Blutkreislauf gelangen und somit auch das ungeborene Baby erreichen. Es wurde bisher aber auch noch nicht festgestellt, dass Geburtsschäden durch Bestandteile aus Haarfärbemitteln ausgelöst wurden.

Besonders kritisch in der Entwicklung eines ungeborenen Babys sind bekanntlich die ersten 3 Monate der Schwangerschaft. Es ist im Allgemeinen empfehlenswert, in jeder Hinsicht in den ersten 3 Monaten besonders vorsichtig zu sein und in dieser Zeit nach Möglichkeit auf das Haare färben in der Schwangerschaft zu verzichten, bzw. alternativ zu tönen oder Strähnchen machen zu lassen.

Haare färben in der Schwangerschaft – Welche Chemikalien sind gefährlich?

Im Zusammenhang mit den Mutterschutzgesetzen in Hinblick auf die Berufsgruppe der Friseurinnen wurde genauestens geprüft, welche Risiken für schwangere Friseurinnen im Umgang mit den Färbemitteln bestehen, mit denen sie täglich in Kontakt kommen.

Haarfärbemittel sind ein Cocktail verschiedenster Bestandteile. Zu den Chemikalien, die als besonders bedenklich gelten, gehört das sogenannte p-Phenylendiamin, kurz auch PPD genannt. Wir haben allerdings in Deutschland besonders strenge Kontrollen und Richtlinien, welche die Risiken für das Haare färben in der Schwangerschaft reduzieren.

Es sind demnach nur Produkte zugelassen, die maximal 2% PPD enthalten und zudem mit einer neutralisierenden Kupplersubstanz versehen sind, die das PPD binden. Ohne diese Kupplersubstanzen kann das PPD starke Gesundheitsschäden verursachen, die Erbsubstanz beschädigen und Allergien hervorrufen. Du solltest demnach auf jeden Fall auf Färbemittel aus dem Ausland verzichten, da diese unter Umständen erhöhten Konzentrationen dieser Chemikalie enthalten und keine Kupplersubstanz enthalten könnten.

Es ist davon auszugehen, dass die hierzulande erhältlichen Produkte zum Färben und Tönen Deiner Haare nicht gesundheitsschädigend sind. Im Jahr 2010 hat ein wissenschaftlicher Ausschuss der EU 179 Substanzen zur Verwendung als Haarfärbemittel verboten. Auf jedem Produkt müssen potentiell gefährdende Substanzen besonders gekennzeichnet sein.

Beim Haare färben in der Schwangerschaft ist jedoch zu beachten, dass die Chemikalien über den Blutkreislauf zum Baby gelangen und hier keine Sicherheit besteht, dass es Einfluss auf die Entwicklung des Ungeborenen nimmt. Forscher konnten tatsächlich chemische Bestandteile aus Färbemitteln in der Muttermilch und im Fettgewebe von Babys nachweisen. Es ist also Vorsicht geboten!

Haare färben in der Schwangerschaft – Ist Blondieren bedenklich?

Das Blondieren ist in jedem Fall ein chemischer Vorgang, denn nur auf natürlicher Basis ist ein Aufhellen der Haare nicht möglich. Auch in diesem Fall besteht die Gefahr darin, dass diese chemischen Bestandteile über die Kopfhaut in den Körper und den Blutkreislauf und schließlich zum ungeborenen Baby gelangen.

Ich selbst blondiere bei meinen schwangeren Kundinnen nur mit Strähnchentechnik, da in diesem Fall keine Blondierung auf die Haut gelangt. Zudem kommt es meistens beim Blondieren besonders darauf an, die Haaransätze regelmäßig zu blondieren. Direkter Kontakt von Chemikalien mit der Kopfhaut sollte gerade während der Schwangerschaft stark reduziert, im besten Fall sogar vermieden werden.

Zwar ist noch nicht eindeutig nachgewiesen, dass die Chemikalien zu Entwicklungsschäden beim ungeborenen Baby führen können. Aber solange auch noch nicht das Gegenteil bewiesen werden konnte, ist erhöhte Vorsicht geboten. Was solltest Du also beachten, wenn Du auf das Haare färben in der Schwangerschaft nicht verzichten möchtest?

Haare färben in der Schwangerschaft – Was musst Du beachten, wenn Du darauf nicht verzichten möchtest

Ich selbst verwende nach einer Beratung bei meinen schwangeren Kundinnen nur schonende Tönungen und empfehle Strähnchen, anstelle das ganze Haar zu Färben oder zu Blondieren. Aber grundsätzlich geschieht natürlich alles in eigener Verantwortung und auf Wunsch meiner Kundinnen.

Wenn Du auf das Haare färben in der Schwangerschaft  nicht verzichten und es selbst zu Hause machen möchtest, dann solltest Du einige Dinge beachten.

Haarfärbemittel und deren Bestandteile sind seit vielen Jahren auf dem Markt und sind nicht hochgiftig. Dennoch kannst und solltest Du sorgsam damit umgehen, nicht nur in der Schwangerschaft. Zunächst sollten beim Haare färben in der Schwangerschaft auf jeden Fall die Informationen des Herstellers beachtet und eingehalten werden. Wenn Du Deine Haare färbst oder tönst, belüfte den Raum gut, verwende Handschuhe und lasse das Haarfärbemittel so kurz wie möglich einwirken.

Ich empfehle des Weiteren, das Haare färben in der Schwangerschaft zu reduzieren. Besonders Haartönungen waschen sich nach einigen Wochen heraus und verblassen. Überlege, ob es wirklich nötig ist, Deine Haarfarbe nach 4 Wochen bereits wieder aufzufrischen, oder ob das für die verbleibenden Monate der Schwangerschaft nicht doch noch ausreicht. Verwende dazu passende Farbshampoos und Farbconditioner, die auf coloriertes Haar spezialisiert sind und die Haltbarkeit des Farbglanzes verlängern.

Welche Alternativen habe ich, wenn ich auf das Haare färben in der Schwangerschaft nicht verzichten möchte?

Captain Cut Friseur Frage-1Als Alternative zum Haare färben in der Schwangerschaft, kannst Du sie tönen lassen. Tönungen enthalten weniger aggressive und potentiell gefährliche Chemikalien, als es bei Permanentfarben der Fall ist. Die Fertigfarbstoffe in einer Tönung sind unterschiedlich große Moleküle, die meist nur außen am Haar haften.

Eine gute Alternative zum Haare färben in der Schwangerschaft sind Strähnen, mit denen Du dir deinen Farbton und deine Frisur auffrischen lassen kannst. Bei Strähnen gelangt keine Farbe auf die Kopfhaut.

Pflanzliche Färbemittel stellen ebenfalls eine Alternative zum Haare färben in der Schwangerschaft dar. Allerdings sind diese nicht immer frei von Chemikalien, wie sie sich auch in herkömmlichen synthetischen Produkten finden.

Bei Henna handelt es sich um ein rein pflanzliches Färbemittel. Es gilt im Allgemeinen als gesundheitlich unbedenklich und kann damit gut als Alternative zum Haare färben in der Schwangerschaft verwendet werden.

Ich informiere Dich gern.

Haare färben in der Schwangerschaft: Haben Schwangerschaftshormone Auswirkungen auf das Färben?

Schwangerschaftshormone haben einen enormen Einfluss auf den Körper in jeder Hinsicht. Geschmäcker und Gerüche verändern sich, Frauen haben einen besonderen Appetit auf etwas oder können einen bestimmten Geruch regelrecht nicht ertragen. Schwangere haben entweder eine schönere, gesündere Haut, oder genau das Gegenteil.

Auch vor den Haaren machen die Hormone nicht halt. Manche Frauen bekommen kräftigere, glänzendere Haare und die Haare wachsen aufgrund des beschleunigten Stoffwechsels schneller. Einige schwangere Frauen haben in der Zeit häufigen oder vermehrten Haarausfall. Da sich auch die Haarstruktur unter Umständen unter Hormoneinfluss verändern kann, kann das Haare färben in der Schwangerschaft zu einem anderen Ergebnis als gewohnt führen.

Der Farbton kann etwas anders ausfallen, als es bisher der Fall war. Optimalerweise lässt Du Dich vorher ausführlich beraten und sprichst mit einem Facharzt darüber.

Haare färben in der Stillzeit?

Die meisten Diskussionen drehen sich über das Haare färben in der Schwangerschaft. Kaum einer denkt darüber nach, ob es während der Stillzeit nicht auch bedenklich ist, Haare zu färben. Aber tatsächlich gelangen die Chemikalien auch über den Blutkreislauf in die Muttermilch und damit zum Baby. In einer Studie konnten bereits einmal über 300 Schadstoffe in der Muttermilch gefunden werden.

Überdies wurden bereits Chemikalien aus Haarfärbeprodukten im Fettgewebe von Säuglingen nachgewiesen. Deswegen empfehle ich nicht nur über das Blondieren und Haare färben in der Schwangerschaft, sondern auch in der Stillzeit nachzudenken und die bereits erwähnten Hinweise und Alternativen zu beachten.

Fazit zum Haare färben in der Schwangerschaft:

Letztendlich liegt es natürlich an Dir, ob Du auf das Haare färben in der Schwangerschaft nicht verzichten möchtest oder ob Du lieber auf Nummer sicher gehst, und in dieser Zeit über Alternativen nachdenkst oder Deine Naturhaarfarbe trägst. Wenn Du auf das Haare färben in der Schwangerschaft nicht verzichten möchtest, habe ich hier nochmal alle Tipps und Hinweise zusammengefasst:

  • Haare färben in der Schwangerschaft möglichst erst nach den ersten 3 Monaten.
  • Verwende nach Möglichkeit reine Naturprodukte als Haarfärbemittel oder Tönungen, die frei von chemischen Zusatzstoffen sind
  • Als weitere geeignete Alternative zum Haare färben in der Schwangerschaft bieten sich Strähnen an. Es gelangt kein Haarfärbemittel bei Strähnen auf die Kopfhaut.
  • Verzichte auf die monatliche Auffrischung Deiner Haarfarbe, sondern vergrößere die Abstände zwischen den Anwendungen.